B 49 Ersatz Hochstraße und Taubensteinbrücke Wetzlar

Als wichtige Verbindung zwischen den Großräumen Köln und Dresden hat die Bundesstraße 49 eine hohe Bedeutung für die gesamte Region. Doch die Bauwerke der B 49 zwischen den Anschlussstellen Wetzlar-Dalheim und Wetzlar-Garbenheim weisen statische und konstruktive Defizite auf und können somit längerfristig die zukünftigen Verkehre nicht mehr aufnehmen.
Das Bild zeigt eine Luftaufnahme der Stadt Wetzlar mit der Hochstraße
B 49 – Ersatz Hochstraße und Taubensteinbrücke Wetzlar

Bei der prognostizierten Verkehrsentwicklung und der Anzahl an Lkw wird das Belastungslimit der Hochstraße spätestens Ende 2027 erreicht sein. Eine Verlängerung der Restnutzungsdauer über Ende 2027 hinaus ist gutachterlich ausgeschlossen – ab dann wird die Hochstraße Wetzlar nicht mehr befahren werden können: Die etwa einen Kilometer lange Hochstraße Wetzlar sowie weitere Brücken der B 49 zwischen den Anschlussstellen Wetzlar-Dalheim und Wetzlar-Garbenheim müssen zeitnah ersetzt werden, damit Wetzlar und seine Umgebung mit Aßlar, Solms und Lahnau auch in Zukunft verkehrlich gut aufgestellt sind. Bis dahin kommt eine lange Bauphase mit zahlreichen Baumaßnahmen auf Wetzlar und seine Umgebung zu.

Die Grafik zeigt die prognostizierte Verkehrsentwicklung der B 49 im Bereich der Hochstraße zwischen 1979 und 2030
Prognostizierte Verkehrsentwicklung der B 49 im Bereich der Hochstraße, Angaben in Fahrzeuge pro Tag

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Hessen Mobil untersucht im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) technische Möglichkeiten, wie ein Ersatz des gesamten Brückenzuges realisiert werden kann. Ein aufwändiger Planungsprozess soll sicherstellen, dass Hessen Mobil für die Stadt Wetzlar und die Region die bestmögliche Variante der B 49 findet. Sie muss sowohl den überregionalen als auch den regionalen Verkehr bestmöglich leiten – zumal der Verkehr langfristig durch den sechsstreifigen Ausbau der A 45 und den vierstreifigen Ausbau der B 49 zwischen Limburg und Wetzlar weiter zunehmen wird. Hierfür werden die verschiedenen Varianten sorgfältig nach der verkehrlichen Wirkung, der Wirtschaftlichkeit, der städtebaulichen Wirkung sowie den Belangen für Mensch und Natur bewertet und abgewogen.

Die Grafik zeigt, welche Kriterien in die Abwägung bei der Variantenauswahl einfließen.
Abwägungskriterien bei der Variantenauswahl

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Neben dem aktuellen Verlauf durch die Stadt Wetzlar wird alternativ auch eine dauerhafte Verlegung der B 49 als Umfahrung über die A 480 und die A 45 in Betracht gezogen. Hessen Mobil hat ursprünglich 15 verschiedene Varianten für den Ersatz der Hochstraße untersucht. Nach einer ersten Bewertung mussten 13 Varianten frühzeitig verworfen werden, zwei Varianten wurden einer vertieften Prüfung unterzogen: der Ersatz im Bestandskorridor und die sogenannte „Dillfeld-Umfahrung“. Im September 2018 wurde Hessen Mobil durch das BMVI beauftragt, zusätzliche Varianten zu untersuchen. Der Planungsauftrag wurde entsprechend erweitert um die sogenannte „Dalheim-Umfahrung“ – einmal im Einschnitt und einmal im Tunnel. Die "Dillfeld-Umfahrung" sowie die beiden Varianten der "Dalheim-Umfahrung" nutzen ab der Anschlussstelle Aßlar die bestehenden Bundesfernstraßen – über die A 480 bis zum Wetzlarer Kreuz und weiter über die A 45 zur Anschlussstelle Wetzlar-Ost. Die Wetzlarer Innenstadt würde in diesen Fällen von Westen und Osten über neue zweistreifige Stadtzubringer auf oder nahe der alten Trasse der B 49 angebunden werden.
In Summe wurden somit 17 Varianten untersucht, davon wurden insgesamt vier Varianten vertieft geprüft. Keine dieser vier Varianten wurde bislang ausgeschlossen. Eine wichtige Weichenstellung im planerischen Abwägungsprozess ist das Ermitteln einer Vorzugsvariante durch das BMVI: Das Land Hessen hat dem BMVI im Juni 2021 die fertiggestellte Voruntersuchung übergeben. Darin wird dem BMVI vorgeschlagen, die Variante „ B 49n, Dalheim-Umfahrung im Tunnel mit Neubau Stadtzubringer" als Vorzugsvariante in den nächsten Planungsphasen weiter zu verfolgen und auszuarbeiten.
Das Bundesverkehrsministerium wird nun prüfen, ob der vorgeschlagenen Vorzugsvariante des Landes aus Sicht des Bundes als Bauherr zugestimmt werden kann. Alle Beteiligten sind sich der Dringlichkeit einer Entscheidung bewusst, wann jedoch die Prüfung abgeschlossen ist und demnach ein Ergebnis vorliegen kann, steht noch nicht fest.
Sobald die Festlegung durch das BMVI erfolgt ist, wird die Vorzugsvariante in der folgenden Planungsphase detaillierter untersucht und ausgearbeitet.

Video von der virtuellen Infomesse

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Klick auf das Bild führt zum Video - Annett Nusch, Planungsdezernentin bei Hessen Mobil, spricht zu Bedarf und Bedeutung des Projekts

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