Bedarf Ersatz Hochstraße

Sie haben noch Fragen? Vom Planungsprozess über die Variantenauswahl bis zu den Baumaßnahmen – hier haben wir die zentralen Fragestellungen zum Thema "Bedarf Ersatz Hochstraße" zusammengefasst:

 

Warum muss die Hochstraße abgerissen werden?

Die Hochstraße, ein Spannbetonbauwerk aus dem Jahr 1972, weist gemäß einer von Hessen Mobil beauftragten und von 2013 bis 2016 durchgeführten Nachrechnung statische und konstruktive Defizite auf und kann somit längerfristig die zukünftigen Verkehre nicht mehr aufnehmen. Eine Verlängerung der Restnutzungsdauer (RND) über Ende 2027 hinaus ist gutachterlich ausgeschlossen. Gemäß Verkehrsprognose ist zu diesem Zeitpunkt die max. ertragbare Verkehrsmenge der Lkw erreicht. Die in 2017 durchgeführte Verkehrszählung hat Lkw-Verkehrsstärken im erwarteten (noch unkritischen) Bereich ergeben, sodass bisher keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden mussten. Ab 2020 wird eine kontinuierliche Verkehrszählung vorgenommen, mit der die tatsächlichen Verkehrsstärken überwacht und ggf. Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden können. Dies war eine Auflage im Gutachten zur Ermittlung der Restnutzungsdauer, die sehr ernst genommen wird.

Ist die Hochstraße die einzige Brücke der B 49 im Bereich Wetzlar, die ersetzt werden muss?

Ähnlich gravierende, statische Probleme wie die Hochstraße zeigen auch weitere Bauwerke der B49 östlich und westlich der Hochstraße, sodass die Erneuerung des 2,8 km langen Abschnittes der B 49 mit allen darin befindlichen Bauwerken zwischen den Anschlussstellen Wetzlar-Dalheim und Wetzlar-Garbenheim erforderlich wird.

Warum ist die aktuelle Sanierung der Taubensteinbrücke und weiterer Brücken östlich davon notwendig?

Ohne Sanierungs- bzw. Verstärkungsmaßnahmen hätte die Taubensteinbrücke Wetzlar im Jahr 2020 gesperrt werden müssen. Die jetzt laufenden Bauarbeiten an der Taubensteinbrücke dienen einer Verlängerung der Nutzungsdauer bis 2038, ein mittelfristiger Ersatz ist auch hier unvermeidlich. Hierzu gehören auch die in einer gemeinsamen Verkehrsführung durchgeführten Instandsetzungsarbeiten an der östlich gelegenen Unterführung im Bereich der Anschlussstelle Wetzlar-Garbenheim.

Welche Bedeutung hat die B 49 für die Region und für Deutschland?

Als wichtige Verbindung zwischen den Großräumen Koblenz und Wetzlar-Gießen hat die Bundesstraße 49 eine sehr hohe Bedeutung für die gesamte Region. Aber auch überregional kommt der B 49 eine sehr hohe Bedeutung bei, denn sie übernimmt eine kontinentale Verbindungsfunktion von West nach Ost (Köln - Dresden). Ihre Bedeutung wird u.a. deutlich an dem im Bundesverkehrswegeplan 2030 verankerten Projekt „vierstreifiger Ausbau der B 49 zwischen Limburg und Wetzlar“.

Gibt es derzeit verkehrliche Einschränkungen auf der Hochstraße Wetzlar?

Gemäß Vorgabe im Gutachten aus 2016 wurde eine Einschränkung in Form eines Überholverbotes für Lkw für beide Richtungsfahrbahnen vorgenommen.

Ab wann kann die Hochstraße nicht mehr genutzt werden?

Da die Restnutzungsdauer der Hochstraße nicht verlängert werden kann, muss davon ausgegangen werden, dass ab 2028 die Hochstraße und damit die B 49 zwischen der Anschlussstelle Wetzlar-Dalheim und der -Anschlussstelle Wetzlar-Mitte voll gesperrt wird. -Dies ist unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt die Planung für einen Ersatz der Hochstraße abgeschlossen ist oder nicht. Die Bauarbeiten im Hauptprojekt, die variantenunabhängig mit dem Abbruch der Hochstraße beginnen, können erst nach Abschluss der Planung, das heißt nach nach Bestandskraft des Baurechts, ausgeschrieben und an eine Baufirma zur Ausführung vergeben werden.

Wie wird der Verkehr großräumig umgeleitet, wenn die Hochstraße gesperrt ist?

Für den Durchgangsverkehr werden die A 45, A 480 und B 277 bei Wetzlar vorab fit gemacht: Eine künftig sechsstreifig ausgebaute A 45 zwischen der Anschlussstelle Wetzlar-Ost und dem –Wetzlarer Kreuz ist gemäß Verkehrsgutachten leistungsfähig, um auch den Umleitungsverkehr aufzunehmen. Die - vierstreifigen A 480 und B 277 sind bereits heute leistungsfähig, es werden Änderungen an den Anschlussstellen nötig, um die Übereckbeziehung zu stärken: Künftig soll der Verkehr auf provisorisch hergestellten, zweistreifigen Rampen flüssig auf die folgende Bundesfernstraße abfahren, ohne Ampeln oder Vorfahrt beachten zu müssen.

Diese Umbauarbeiten müssen zunächst konkret geplant werden, daher können derzeit noch keine weiteren Details beschrieben werden.

Und wie kommt man künftig in die Innenstadt von Wetzlar, wenn die Hochstraße gesperrt ist?

Eine Vollsperrung der B 49 zwischen der Anschlussstelle -Wetzlar-Dalheim und der –Anschlussstelle Wetzlar-Mitte ist in jedem Fall nötig, da die Hochstraße nur aus einem Bauwerk besteht und daher als Ganzes abgebrochen werden muss. Während des Abbruchs und den dort erforderlichen Erneuerungsarbeiten kann der Verkehrsteilnehmer der B 49 entweder über die –Anschlussstelle Wetzlar-Garbenheim oder die Anschlussstelle Wetzlar-Mitte nach Wetzlar hineinfahren.

Wer aus Westen kommt, muss wegen der Vollsperrung der Hochstraße an der Anschlussstelle Wetzlar-Dalheim die B 49 verlassen und von dort das innerstädtische Straßennetz (oder die B 277) nutzen.

Wer trägt die Kosten für die nötigen Bauarbeiten?

Sämtliche Baukosten, die im Zusammenhang mit dem Ersatz der Hochstraße und Taubensteinbrücke entstehen, trägt die Bundesrepublik Deutschland als Bauherr. Der Bund übernimmt die Kosten für die endgültige Straßenanlage inkl. Lärmschutz, die Baukosten der Provisorien infolge der bauzeitlichen Umfahrung sowie die Bau- bzw. Umbaukosten der Stadtzubringer, sofern eine Umfahrung als Vorzugsvariante ausgewählt würde.