Variantenauswahl

Sie haben noch Fragen? Vom Planungsprozess über die Variantenauswahl bis zu den Baumaßnahmen – hier haben wir die zentralen Fragestellungen zum Thema "Variantenauswahl" zusammengefasst:

 

Warum wurde eine dauerhafte Umfahrung mit untersucht?

Aufgrund der vorhandenen einteiligen Brückenquerschnitte wäre ein Abriss und Neubau an Ort und Stelle nur unter Vollsperrung der B 49 möglich. Ein Ersatz der Hochstraße ohne Veränderung der Bestandstrasse erweist sich zudem wegen des neuen erforderlichen breiteren Querschnitts, der auch künftig erforderlichen Aufrechterhaltung der Anschlussstelle Wetzlar-Mitte und der dichten Bebauung als äußerst schwierig. Dazu kommen die Randbedingungen aus der Lage der Flüsse Lahn und Dill sowie mehrerer Bahnanlagen.

Für einen Ersatz im Bestand wäre in der Bauphase ohnehin eine mehrjährige leistungsfähige Umleitung der B 49 von Westen kommend über die B 277, die A 480 und die A 45 zurück auf die B 49 herzustellen. Daher wurden auch Varianten einer dauerhaften Verlegung der B 49 in diesem Streckenzug, also die weitgehende Nutzung vorhandener Straßen, kombiniert mit einem Neubau beidseitiger und deutlich schmälerer Stadtanschlüsse, untersucht- - mit einer Streckenführung durch das Gewebegebiet „Dillfeld“ bzw. einer nordwestlichen Umfahrung des Ortsteils Dalheim.

Welche weiteren Auswirkungen hätte eine Umfahrung?

Mit Realisierung -einer Umfahrungsvariante wäre eine dauerhafte Verkehrszunahme auf der heutigen A 480 verbunden, wobei Aßlar und die Wetzlarer Ortsteile Herrmannstein und Dalheim entsprechende Lärmschutzmaßnahmen erhalten würden. Auch an der sechsstreifig auszubauenden A 45 zwischen dem Autobahnkreuz Wetzlar und der Anschlussstelle Wetzlar-Ost würden die höheren Verkehrsmengen Grundlage einer neuen Lärmschutzberechnung sein.

Mit einer Umfahrung würde zudem die Innenstadt Wetzlars sowie der Ortsteil Garbenheim mit seiner Lage an der heutigen B 49 deutlich entlastet: Mit dem Rückbau der Hochstraße/Taubensteinbrücke und dem Neubau deutlich schmalerer und kürzerer Stadtzubringer könnte mittelfristig eine städtebauliche Aufwertung und eine Steigerung der Lebensqualität verbunden sein. Und mit den neuen freien Flächen im Stadtzentrum und am Lahnufer ergäben sich ganz neue Möglichkeiten für den Radverkehr und die Naherholung in Wetzlars Mitte.

Wo genau läge der Tunnel der Dalheim-Umfahrung?

Eine der ausgearbeiteten Umfahrungsvarianten sieht vor, ein ca. 1,7 Kilometer langes Teilstück der B 49 in einem Tunnel zu führen. Nach aktuellem Planungsstand beginnt der Tunnel ca. 200 Meter hinter der neu geplanten Anschlussstelle Altenberg und endet ca. 500 Meter vor der heute bereits vorhandenen Anschlussstelle Aßlar.
Im Grundriss verläuft der Tunnel - wie die offen geführte Variante - in einem unterirdisch geführten Bogen, um Konflikte mit ehemaligen Abbaugebieten, der vorhandenen Bebauung und der nahe gelegenen Deponie Eulingsberg zu meiden.
Nach aktuellem Planungsstand läge die Bundesstraße im Tunnel bis zu 50m unter der Oberkante des anstehenden Geländes. Die von Oktober bis März 2020 durchgeführten, bis zu 80m tiefen Erkundungsbohrungen werden aktuell ausgewertet, um festzustellen, welche Geologie vor Ort anzutreffen ist und wie aufwändig der Bau eines Tunnels wäre.