Eine Straße mit Grünstreifen - Blick auf die Hochstraße in Richtung Westen

Der Bedarf für den Ersatz des Brückenzuges

Die Bauwerke 

Die Bauwerke der B 49 zwischen den Anschlussstellen Wetzlar-Dalheim und Wetzlar-Garbenheim stammen aus den 60er Jahren und weisen inzwischen statische und konstruktive Defizite auf. Sie sind langfristig nicht mehr in der Lage, den zukünftigen Verkehr aufzunehmen – insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten sechsstreifigen Ausbaus der A 45 sowie der vierstreifigen Erweiterung der B 49 zwischen Limburg und Wetzlar.

Auf Grundlage umfangreicher Untersuchungen in den Jahren 2021/22 konnte der Weiterbetrieb der Hochstraße in Wetzlar unter bestimmten Auflagen über das ursprünglich angesetzte Nutzungsende im Jahr 2027 hinaus verlängert werden. Spätestens Ende 2035 jedoch wird die Hochstraße nicht mehr befahrbar sein. Auch andere Bauwerke entlang des Streckenzugs müssen zeitnah ersetzt werden. Damit steht Wetzlar und seiner Umgebung eine langjährige Bauphase mit zahlreichen Maßnahmen bevor. Ziel ist eine dauerhaft leistungsfähige und sichere B 49.

Die Verkehrsentwicklung

Um die Verkehrsbelastung in Wetzlar und im Umland zu analysieren sowie die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen zu bewerten, hat Hessen Mobil mehrere Verkehrsuntersuchungen durchgeführt. Ergänzend dazu lieferten ein Belastungstest der Hochstraße sowie anschließende Dauermessungen detaillierte Daten zum Verhalten des Bauwerkes bei Zunahme des Schwerverkehrs.

Die aktuelle Verkehrslage in der Region wurde durch Zählungen ermittelt, die sich sowohl auf Dauerzählstellen an der A 45, der B 49 und der B 277 als auch auf Straßenverkehrszählungen stützen. Projektbezogene Erhebungen entlang der B 49 sowie zusätzliche Zählungen der Stadt Wetzlar ergänzen diese Datenbasis

Bisherige Prognosen reichten bis zum Jahr 2030 und sagten einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens voraus. Um diese Prognosen fortzuschreiben, beauftragten Hessen Mobil und die Stadt Wetzlar Ende 2021 eine gemeinsame Verkehrsuntersuchung, die eine Erweiterung der vorliegenden Prognose bis zum Jahr 2035 sowie zusätzliche Analysen – etwa zu Bauphasen oder Varianten – vorsah.

Das Ergebnis ist ein Verkehrsmodell, das eine aktuelle repräsentative Verkehrssituation darstellt. Basierend auf diesem Modell lassen sich Voraussagen zur Verkehrsentwicklung in der Region treffen. Man kann in diesem Modell die verschiedenen Planungsvarianten simulieren und die Verlagerung der jeweiligen Verkehrsströme betrachten. Die Einflussnahme durch andere Projekte in der Region wird ebenfalls berücksichtigt.

Die derzeit aktuellste Verkehrsuntersuchung aus dem Jahre 2022 sagt einen Verkehrsanstieg bis zum Jahr 2035 um rund 15,6 Prozent voraus. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies rund 45.600 Fahrzeuge am Tag im Bereich der heutigen Hochstraße mit einem Anteil an Schwerverkehr von rund 10 Prozent.

Mit der geplanten Umfahrung von Dalheim im Tunnel wird die Wetzlarer Innenstadt erheblich vom Durchgangsverkehr entlastet. Abhängig von den finalen Varianten der beiden Stadtzubringer, sagt das Verkehrsmodell eine Entlastung der Wetzlarer Innenstadt von knapp 30.000 Fahrzeugen werktags.

Dieses Projekt ist daher nicht nur aus verkehrlicher, sondern auch aus gesellschaftlicher und sozialer Sicht von großer Bedeutung: Die Verlagerung des Durchgangsverkehrs trägt wesentlich zur Aufwertung des innerstädtischen Raums bei. Durch den Rückbau des Brückenzugs und den Umbau der Stadtzubringer zu einer zweistreifigen Straße entsteht wertvoller Raum, der künftig unter anderem für Grünflächen oder Radwege genutzt werden kann. Auch werden die Schallimmissionen insbesondere für die Wetzlarer Innenstadt sowie den Ortsteil Garbenheim erheblich reduziert.