Umfahrung westlich von Dalheim im Tunnel

Die B 49, die in Wetzlar noch durch den Brückenzug geprägt ist, wird perspektivisch verlegt werden. Hierfür plant Hessen Mobil im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums u.a. eine neue Teilstrecke der B 49 als Umfahrung der Ortslage von Wetzlar-Dalheim mit einem Tunnel.

Hessen Mobil hat insgesamt 17 verschiedene Varianten für den Ersatz des Brückenzuges untersucht. Vier Varianten wurden letztlich einer vertieften Prüfung unterzogen: Der Ersatz im Bestandskorridor, die sogenannte „Dillfeld-Umfahrung“ sowie die sogenannte „Dalheim-Umfahrung“ – einmal im Einschnitt und einmal im Tunnel.

Die Variante „B 49, Umfahrung Dalheim im Tunnel mit Neubau Stadtzubringer“ (Variante 5.4) wird als Vorzugsvariante weiter vertieft und der Entwurfsplanung zugrunde gelegt. Mit der Entscheidung für die Vorzugsvariante wurde Hessen Mobil vom Bundesverkehrsministerium beauftragt, verschiedene Möglichkeiten für die Herstellung des Tunnels zu prüfen. Dabei hat Hessen Mobil eine besonders effiziente Lösung erarbeitet: den optimierten Tunnel.  

Bei der Prüfung hat Hessen Mobil zunächst einen „langen Tunnel“ von 1,7 Kilometern Länge mit einer „kurzen“ Variante (1,4 Kilometer) verglichen. Bei letzterer ist es wegen der hohen Trassenlage wahrscheinlich, dass durch den Bau Relikte des Altbergbaus westlich von Dalheim betroffen sein werden. Darüber hinaus konnte mit Hilfe der Baugrundgutachten auf Grundlage der im Jahr 2019 durchgeführten Erkundungsbohrungen nachgewiesen werden, dass die höher liegenden Bodenschichten weniger gut für den Tunnelvortrieb geeignet sind. Hierdurch würden aufwändige Sicherungsmaßnahmen bei der Herstellung erforderlich. Außerdem müsste der Dillheimer Bach mit relativ geringem Abstand unterfahren werden. Ein langer Tunnel läge tiefer und würde diese Probleme dadurch umgehen, allerdings wären deshalb auch umfangreiche Erdbaumaßnahmen für Voreinschnitt und offene Bauweise im Bereich des Westportals erforderlich.

Deshalb hat Hessen Mobil eine Lösung erarbeitet, die die Stärken der langen und der kurzen Tunnel-Varianten kombiniert: Die Trasse des Tunnels, also die Lage im Grundriss, bleibt dabei unverändert. Lediglich die Höhenlage wird angepasst. Dadurch wird der erforderliche Erdbau im Westen des Tunnels weniger aufwändig als im Fall des langen Tunnels. Zudem verläuft der optimierte Tunnel tief genug, um den Altbergbau zu unterfahren. Auch für die Querung des Dillheimer Baches wird eine ausreichende Überdeckung erzielt und der Tunnelvortrieb kann in den geeigneteren Bodenschichten erfolgen. Mit 1,5 Kilometern Länge ist der optimierte Tunnel zwar rund 170 Meter kürzer als die lange Variante, reduziert aber im Vergleich zur kurzen Variante die dauerhafte Flächeninanspruchnahme.

Das Bundesverkehrsministerium hat dieser 1,5 Kilometer langen Tunnellösung im Herbst 2022 zugestimmt. Hessen Mobil verfolgt diesen optimierten Tunnel nun planerisch weiter.

Lageplan optimierter Tunnel eingezeichnet auf einer farbigen Karte
Lageplan optimierter Tunnel

Welche Vorteile bietet die Umfahrung im Tunnel?  

Aus umweltfachlicher Sicht weist der optimierte Tunnel im Vergleich zum kurzen Tunnel eine bessere Verträglichkeit im Hinblick auf den fertigen Tunnel auf. Mit Blick auf die temporären Eingriffe – also während der Bauzeit – hat der optimierte Tunnel sogar die beste Verträglichkeit im Vergleich aller Varianten. In der Gesamtabwägung ist diese Variante also nicht nur aus geologisch-technischer Sicht die beste Lösung, sie überzeugt auch bei den umweltfachlichen Belangen und wird deshalb der weiteren Planung zugrunde gelegt.

Die nächsten Schritte:

Seit Abschluss der Vorplanung Ende 2021 läuft die sehr komplexe Entwurfsplanung inklusive Tunnelvorplanung. Danach erfolgt die Zusammenführung mit den Entwurfsplanungen der Stadtzubringer und Anschlussstellen zu einem Gesamtentwurf.

Übersicht: Was beinhaltet die Planung der Umfahrung westlich von Dalheim mit Tunnel?

  • Entwurfsplanung der Strecke der B 49n, also die vertiefte Planung der Vorzugsvariante aus der Voruntersuchung
  • Variantenuntersuchung mit anschließender Entwurfsplanung der Anschlussstellen
  • Entwässerung der Straße und Bauwerke inkl. Versickerungs-/Rückhalteanlagen
  • Brückenbauwerke der Anschlussstellen sowie weiterer Bauwerke
  • Wirtschafts- und Radwege müssen verlegt und wieder angebunden werden
  • Neue Leitungstrassen und Verlegung kollidierender Leitungen
  • Tunnelplanung 

Übersicht: Was beinhaltet die Tunnelvorplanung? 

  • Optimierung der Höhenlage des Tunnels (Tunnelgradiente)
  • Planung der Tunnelportale und Betriebsgebäude
  • Weitere Erkundungsbohrungen und Einrichtung von Grundwassermessstellen
  • Planung des Ausbruchs des Gesteins im Tunnel (Vortriebsarten und Sicherungsmaßnahmen)
  • Planung der Tunnelquerschnitte mit Pannenbucht und Querverbindungen zwischen den beiden Röhren
  • Berechnung der Lüftungsanlage des Tunnels
  • Vorplanung der technischen Ausstattung und Sicherheitseinrichtungen (z.B. Beleuchtung, Beschilderung)
  • Rettungskonzept 

Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Infomaterialien zu den Infomessen im Jahr 2024, 2022 und 2020: